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Stilblüten der schnelllebigen Internet-Kultur

Augenblicklich sehen wir uns ja einer Flut fremden Vokabulars gegenüber gestellt und Dank dem Netz der Netze war es nie einfacher sich mit Informationen diesbezüglich einzudecken. Aber was tut der geneigte Leser stattdessen? Wissensakquise? Weit gefehlt, lieber denkt man sich irgend einen Blödsinn aus und kürt diesen zur mustergültigen Lösung, welche dann auch wohlfeil weiter verbreitet wird. Nehmen wir als Beispiel die Transkription des arabische Nachrichtensenders Al Jazeera, hierzulande nutzen wir oftmals Al-Dschasira und die Verwirrung ist perfekt. Was denn nun, sind die deutschen Medien nicht in der Lage korrekt zu schreiben? Und bevor sich irgendwer auch nur die Mühe macht einen Gedanken daran zu verschwenden, geht der Lacher durchs Netz, zementiert im Prinzip jedoch nur die Einfalt des Senders.

Die Transkription unterscheidet sich von Land zu Land, was verständlich ist, wenn man beispielsweise Wörter des arabischen oder japanischen Sprachraums in den unsrigen überträgt inklusive der Lautebene. Eine 1:1 Übertrag ist dabei nicht möglich und konsequenterweise findet eine Anpassung an die Lautebene der jeweiligen Sprache statt. Die Briten beispielsweise sprechen Zeus anders aus als unsereiner, setze ich als bekannt voraus und soll nur der Veranschaulichung dienen. Gleichermaßen gestaltet sich dies auch mit der Flut fremden Vokabulars, welches nun über uns hereinbricht. Den Medien ist dabei nicht das letzte Iota Bildung abhanden gekommen, nein vielmehr ist der mediale Konsument mehr und mehr vollkommen von der stetigen Informationsflut überfordert und fehlt dazu noch die Basis wird es richtig übel. Hierbei handelt es sich noch um Kleinigkeiten, anderenortes sind es kapitale Wissenslücken, die sich mitunter vervielfältigen und eine desaströse Eigendynamik erlangen.

Dagegen kann man etwas tun, beispielsweise stöbert man ein wenig in der Wikipedia. Für eine horizontale Anreicherung von Wissen genügt diese völlig und diese bietet mitunter auch teils Raum für eine vertikale Ausdehnung des Wissensbestandes in Form weiterführender Quellen. Dazu darf man die freie Enzyklopädie natürlich nicht in Kreuzworträtsel-Manier durchpflügen, sondern muß sich einzelne Wissenslücken erarbeiten, indem man Artikel liest, Querverweise verfolgt und zusätzliche Quellen einbezieht. Aber ach, dies sind natürlich Ansprüche die so ganz dem schnelllebigen Charakter des Internets widersprechen: “all you can eat, just in time”.

In Zeiten, in denen beispielsweise die augenscheinliche Unkenntnis bezüglich Zeitverschiebungen und ähnlich trivialen Dingen die Bildung von Verschwörungstheorien anregt, kann man nicht oft genug darauf verweisen, denn diese Trivialitäten sind nur die Spitze des Eisbergs.

 

ten years of Wikipedia

I have to admit, I’m not really a friend to this community around Wikipedia. Nevertheless its a remarkable community-effort, which gained momentum in the last ten years. It is not the best or the worst encyclopaedia on this planet, but it is a fine introduction for anyone curious about certain topics. The lack of some easy or cost-free introduction is often a massive barrier toward a proper education especially in the developing world. Thus the Wikipedia has got its place, maybe a niche in the world of knowledge, but a necessary one.

Happy Birthday :-)

Picture: Wikipedia

der Wert der Wikipedia

Die bisherigen Ergebnisse des Forschungsseminars «Wikipedia und die Geschichtswissenschaften» sind ernüchternd. Eine Untersuchung von rund zwanzig geschichtswissenschaftlichen Einträgen in der deutschen und der englischsprachigen Wikipedia hat gezeigt, dass die Qualität der Texte sehr schwankend ist, die unterschiedlichen Sprachversionen sehr voneinander abweichen und dass gerade bei komplexeren Themen sich Wikipedia keineswegs als Einstieg eignet.

histnet, via Jürgen Fenn

Auch dies entspricht meiner Erfahrung, mag dies teils im informationstechnischen Bereich gerade noch so angehen, schaut man im naturwissenschaftlichen Bereich bereits eine Bandbreite von “himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt” und im geisteswissenschaftlichen Bereich tun sich mitunter “Abgründe” auf. Selbstredend kann man diese “Abgründe” seitens Mitarbeit überbrücken, gar zuschütten, größtes Hemmnis dabei ist jedoch der “Diskurs” mit Laien. Wobei man auch bei diesen unterscheiden muß: es existieren “Laien” mit hohem fachlichen Niveau[1] und andere die einzig populärwissenschaftlich geprägt sind[2], von Esoterikern[3] in diversen Fachdisziplinen ganz zu schweigen. Was bleibt ist ein “Diskurs”, bei welchem “der längere Atem” entscheidend ist und mag dies für die einen noch ein “netter Zeitvertreib” sein, so wissen andere mit diesem kostbaren Gut weitaus gehaltvoller umzugehen.

Die Wikipedia tanzt zwischen Trivia und Fachwissen umher, nicht unbedingt der Stein der Weisen, um einer fachlichen Anforderung zu begegnen, jedoch “anspruchsvoll” genug, um die “Fragen des Alltags” zu meistern. Vielleicht ist diese Art von Trivia auch für einige der Einstieg zu einer nachhaltigeren Beschäftigung mit der Materie und dafür verdient sich die Wikipedia dann auch tatsächlich Lob.

  1. die teils lokal, z.B. in Geschichtsvereinen einen Historiker leichtens ins Aus befördern []
  2. Däniken läßt grüßen []
  3. der schwammige Begriff “Kelten” lädt da zu allerhand geistigen Tiefflügen ein []

Sensibilisierung: Privatsphäre, Datenschutz & Friends

Oft genug taucht die Frage auf “wie denn nun, wie sensibilisiere ich mein Umfeld für eine bestimmte Sache?”. Sensibilisierung bedeutet dabei jedoch nur plausibel aufmerksam machen, keineswegs sollte es gleichbedeutend sein mit einer massiven Abstraktion. Der Lernprozeß des zu Sensibilisierenden muß an dem Punkt einsetzen, wo es um die Einsicht geht, daß mit einer stetigen Abstraktion auch eine fortschreitende “Kastration” des Informationsgehalts einhergeht.

Desweiteren ist es essentiell die Wichtigkeit des Lernens zu vermitteln. Primäres Argument hierbei: “Wissen ist Macht” und “Unwissenheit ist Ohnmacht” — man kann es eben nicht oft genug betonen. Jegliche Information ist Macht und diese Macht wird gestärkt, je mehr Leute sich eben diesem Wissen freiwillig oder auch gezwungen verschließen und wenigen diesen Vorteil überlassen. Erlangt man also Wissen, nimmt man eben diesen Leuten teils die Macht, ihr weitaus höheres Potential in diesem Bereich alleinig zu ihrem Vorteil zu nutzen. Konsequenterweise wird man immer auf Menschem mit einem höheren Wissenspotential treffen und das ist auch nicht pauschal als negativ zu erachten. Akut wird der negative Aspekt genau dann, wenn man sich gegenüber Wissen verschließt und somit der Gefahr der Wissens/Informationskontrolle durch andere Vorschub leistet.

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Chaosradio Express: Medienkompetenz

Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert der Journalist Torsten Kleinz seine Erkenntnisse zu Medienkompetenz im Internet. Themen unter anderem das Internet und der Journalismus; das Heise-Forum und das Troll-Problem; Glauben und Überprüfen; die Wikipedia-Debatte und das Problem der Relevanz.

ChaosRadioExpress 139

Mehr zu dieser Thematik auch dort

quo vadis Wikipedia?

Ehrlich gesagt, sind wir schon viel zu abhängig von zentralen Strukturen wie auch die Wikipedia eine ist. Diese exklusive Stellung der Wikipedia, dieses Gefühl der Unentbehrlichkeit, führt wahrscheinlich auch zu den Auswüchsen, die wir gerade sehen.

Christian Bahls (Mogis) via fefe

Muß man mehr dazu sagen? Ich denke nicht.

Volksenzyklopädie Wikipedia

In folgendem Artikel nehme ich Bezug[1] auf die jüngsten Ereignisse, die keinesfalls Einzelfälle darstellen, sondern allenfalls die berühmt-berüchtigte Spitze des Eisbergs aufzeigen.

Imagine a world in which every single person on the planet is given free access to the sum of all human knowledge. That’s what we’re doing.

Jimmy Wales

Was ist die Summe allen Wissens, die Wales in diesem Interview ansprach? Meine Vorstellung davon, die irgendwelcher anderen? Oder sind es mehr die machtvollen Gefüge, mit denen sich Historiker in der Regel ausschließlich beschäftigen? Sind es herausstechende Leistungen, die die Menschheit vorwärts bringen? Wer kann diese Fragen überhaupt beantworten? Kein Mensch. Betrachten wir den Kulturhistoriker, in meinen Augen, neben dem Archäologen, die Idealform des Geschichtswissenschaftlers: jener Kulturhistoriker kennt keine wirklichen Relevanzkritierien, alles interessiert, winzige Details können große Zusammenhänge erklären, können Aufschluß geben bezüglich der schier grenzenlose Bandbreite dessen was wir als Kultur bezeichen. Zusammenhänge werden dort beleuchtet, der Mensch per se betrachtet, geistige Strömungen analysiert und selbst wenn auch die große Politik nicht wirklich primären oder gar , wie usus bei Historikern, absoluten Stellenwert genießt, tangiert diese dennoch, ist sie doch ebenso Bestandteils des Lebens, der Kultur.

Können wir es uns also tatsächlich leisten den Rotstift an Informationen anzusetzen und seien sie noch so banal – zumindest in unseren Augen? Ich denke nicht, relevant ist was Menschen interessiert. Wieviele Interessenten müssen dabei zusammenkommen? Drei, fünf, 100 oder mehr? In einem gedruckten Werk mag dies ob Auflage, anvisiertem Publikum usw. tangieren. Bei einem enzyklopädischen Werk ist dies ebenso von Interesse – zumindest in gedruckter Form. Alles ist dort endlich, das ganze Werk per se ein einziger Kostenfaktor, welcher im Vorfeld bestimmt werden muß. Anders bei einem enzyklopädischen Werk, welches online residiert und zudem kostenlos daherkommt. Bei jener Online-Enzyklopädie ist der Kostenfaktor zwar ebenso vorhanden, aber ob des zeitnahen dynamischen Charakters dieser Enzyklopädie entwickeln sich die Kosten erst im Laufe der Zeit und werden in der Regel mittels Sponsoring, Werbung oder seitens Spenden Einzelner kompensiert. Im Falle der Wikipedia kommt zudem der unentgeltliche Einsatz der Partizipierenden hinzu, so daß wirtschaftlich orientierte Relevanzkriterien außen vor bleiben können. Und last not least ist das anvisierte Klientel kein ausschließliches Fachpublikum oder ein sonstige ausgewählte Personenkreise, sondern jenes von der Wikipedia anvisierte Klientel ist schlicht die Menschheit, sprich Menschen wie du und ich – ein omnipotenter Anspruch.

Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.

–Aristoteles

Ebenso omnipotent gestaltet sich aber auch jener Anspruch an die Relevanzkritieren, d.h. bei jenen muß, um diesem free access to the sum of all human knowledge zu genügen, eine äußerst niedrige Schwelle akzeptiert werden. Daß nicht jener noise einfließen kann, daß man manchmal auch die Spreu vom Weizen trennen muß, dies alles steht außer Frage. Aber man muß mit Bedacht vorgehen: augenscheinlich irrelevant gemäß dem Gusto einiger hat auf lange Sicht keine Bedeutung. Eher müßte man Fragen, ist es nonsense der da einfließen soll bzw. läßt sich jener vermeintliche nonsense denn überhaupt belegen? Das sind Dinge die man in der Praxis ausarbeiten muß, wer jedoch die Messlatte anlegt und Relevanz vermessen möchte, der hat die Bedeutung von Wissen nicht im Ansatz verstanden. Jene meinen wahrscheinlich auch Lyrik mittels Versmaß & Co vergewaltigen zu können und so der Intention des Poeten gerecht zu werden. Kapitale Irrtümer mit weitreichenden Kolateralschäden, so oder so …

Der Pirat des Wissens ist ein guter Pirat. Wenn ich noch einmal jung wäre, dann würde ich ein Schiff bauen, das so hieße: Pirat des Wissens. Was in der Wissenschaft derzeit schlimm ist, ist dass die Firmen ihr Wissen kaufen und es deshalb geheim halten wollen. Und deshalb werden die Piraten morgen die sein, die im Recht sind. Man wird das Geheimnis piratieren.

Michel Serres

Die Frage der Verwertbarkeit des dargereichten Wissen, der wissenschaftlichen Tauglichkeit, ist natürlich hiermit nicht beantwortet. Dort ist die Situation eine völlig andere, da ziehe ich persönlich und viele andere auch das gedruckte Werk aus einer Fachredaktion vor, die nach bestem Wissen und Gewissen zu Werke ging und nicht die Kunst des längeren Atems zur Kür erhob. Da ist letzendlich ohnehin ein Nebeneinander gefragt, die Quellenkritik und nicht die Ausgrenzung.

Ich sehe kein Problem damit, daß z.B. Der kleine Pauly oder auch mein Müller-Karpe in meinem Arbeitsumfeld die authentischeren Informationen liefert, insgesamt qualitativ wertigere Aufsätze gegenüber der Wikipedia bereitstellt. Aber diese Enzyklopädie mit dem globalen Ansatz kann Wissen verknüpfen mittels kleiner Bauteile, die durch das Relevanzraster des gedruckten Werks durchfallen. Die Wikipedia kann Bereiche zeitnah oder überhaupt erschließen, die nicht den Aufmerksamkeitshorizont der traditionellen Redaktionen berühren und somit eine benötigte Information in time bereitstellen bzw. die Reichweite von Wissen per se drastisch erweitern.

Ich hoffe, daß dieser Ansatz nicht seitens einer kleinkarierten, primär Deutschen Denkweise einiger Wikipedia Residents geopfert wird und wir letztendlich auf lange Sicht nur den zweitklassigen Abklatsch einer Enzyklopädie schauen.

  1. siehe auch die dortigen Updates []

laßt uns die Wikipedia forken

Hahaha, die Wikipedia-Nummer wird immer bizarrer. Auf der einen Seite werden die Blockwarte noch frecher und editieren jetzt schon Mogis-Erwähnungen aus anderen Artikeln heraus. Das ist Geschichtsfälschung und es zeigt mal wieder sehr deutlich, dass Macht nicht nur korrumpiert, sondern auch die falsche Art Mensch anzieht.

Außerdem ist die Löschung von MOGIS bestätigt worden, mit folgender zeitlosen Facepalm-Begründung:

Kein Fehler zu erkennen; Relevanz des Vereins abseits der Blogosphäre und kurzzeitiger Medienpräsenz nicht erkennbar. –PDD, 17:27, 17. Okt. 2009 (CEST)

via fefe

Wirklich nichts neues, dabei könnte die Lösung recht einfach sein. Dazu gehören selbstredend die Ingredienzien Vernunft und Wissen – zumindest grundlegendes Wissen. Mir ist die Zeit wirklich zu schade, mich großartig darüber auszulassen — da greife ich mir lieber eines meiner Bücher, gewinne Wissen daraus und amüsiere mich derweil köstlich über jene Trolle, die die eherne Regel über den Inhalt stellen :-)

das Problem mit Informationen aus dem Netz

Überhaupt gibt es hier keine Tatsachenbehauptungen sondern lediglich Meinungsäußerungen und Zitate von anderen Quellen. Wenn ihr also was richtiggestellt haben wollt, geht zu der verlinkten Quelle.

Fefe hat inzwischen auch erkannt, daß mit Größe nicht nur mehr Akzeptanz einher geht, sondern auch ein hoher Grad an Grenzdebilität. Insbesondere ist es dieser Umstand in puncto Leichtgläubigkeit, der einen manchmal verzweifeln läßt und insbesondere an Projekten wie Wikipedia zweifeln läßt. War zu früheren Zeiten ausschließlich das gedruckte Werk ein Markstein grenzenloser Authorität, so ist es heute ebenso das Internet – sprich was dort steht ist korrekt, die Netzherde blickt gen Weblogs oder Wikipedia und vermeint das grünste aller Gräser zu erblicken – Informationen reinsten Gehalts und von hochgradig objektiver Güte.

Leider ist dem aber nicht so, auch auf F!XMBR wiederholen wir gebetsmühlenartig die wichtige Funktion der Quellenkritik, insbesondere in heutigen Zeiten medialen Überflusses. Wir schreiben subjektiv, ich tue es hier – wir denken über etwas nach, versuchen uns nach bestem Wissen und Gewissen der Sache zu nähern, aber das war es dann auch schon. Wir heucheln keine Objektivität, die per se ohnehin nur als Verkaufsargument existiert, wir möchten keine Medien ersetzen etc. pp. Problem aber: auf der Suche nach dem Weg des geringsten Widerstands, sind Weblogs natürlich das A und O, liefern diese doch oftmals die Informationen recht eingängig und man kann gemäß dem eigenen Gusto das Blog der Wahl ausfindig machen – Balsam für die geschundene Seele, mit Quellenkritik hat dies aber nichts zu tun.

Auch in puncto Wikipedia kann ich es ebenso nicht oft genug wiederholen: nehmt auch mal wieder ein Buch in die Hand und verlaßt euch nicht auf diese digitale Stütze. U.a. ja – kein Problem, aber ausschließlich? Ein großer Fehler. Zudem hat das Web einen Nachteil, die Leute dort erweitern selten ihr Wissen, sondern klauben oftmals nur a la Kreuzworträtsel die benötigten Informationen bruchstückhaft auf und kompensieren so ihr nicht vorhandenes Wissen. Erweitert wird es jedoch kaum.

Derlei Worte sind in der Regel Anlaß für Flamewars – warum? Nun, ganz einfach: Glauben! Man glaubt etwas selbst geschaffenes sei per se besser. Man hat Probleme mit Authorität und identifiziert sich mit der Community, man ist Teil davon, partizipiert. Auch das ist aber nur Glaube, wenige Blogger partizipieren und bieten ihre Meinung wie beispielsweise fefe feil, wenige Partizipieren an der Wikipedia, bieten dort ihr eigenes Wissen oder jenes zusammengeklaubt aus diversen Fachwerken/populärwissenschaftlichen Werken feil. Bequemlichkeit ist in den meisten Fällen ursächlich für diesen Glauben. Ist ein Begriff nicht bekannt, kein Problem – Wikipedia weiß Rat. Gesucht, gefunden, die erste Zeile genügt – den Rest des recht langen Artikels tut man sich erst gar nicht an. Nachhaltigkeit, Tiefe gleich Null, man steigt auf in die heiligen Hallen kurzatmiger Intelligenz, der mit Kreuzworträtseln und Wer wird Millionär-Sendungen Gestählten. In vielen Büchern hingegen, sieht man mal vom einbändigen Schullexikon ab, sind viele kleine Informationen zu bewältigen, bevor die gewünschte Information offenbahrt wird. Nachteil mehr Zeitaufwand, Vorteil Nachhaltigkeit und Tiefe.

Mangelnde Zeit kann man nicht mittels Glauben kompensieren, das funktioniert schon bei den Religionen nicht. Mangelnde Zeit kann man nur kompensieren, indem man sich Prioritäten setzt und wichtigen Dingen eben ein gehöriges Maß dieser Zeit widmet. Dann klappts auch mit den Weblogs, der Wikipedia, dem Brockhaus etc. pp. und debilitätsfördernde Flamewars überlassen wir fortan den Unverbesserlichen.

Wikipedia mal wieder

Ich kann mich zum Teil der dort erwähnten Dame anschließen. Lizenz ist Lizenz und wenn man erst einmal beginnt Ausnahmen von der Regel zu schaffen, dann ist der Dammbruch nicht mehr fern und die Lizenz der Wahl stante pede ad absurdum geführt. Auch ist es völlig belanglos für was die Wikipedia gemäß dem eigenen Gusto stehen soll, wenn diese denn gewisse Lizenzen erlaubt. Im Fall der Wikipedia sollte imho der Hinweise auf diese als Quelle langen, entsprechend zur jeweiligen Information verlinkt – auch dem eigentlichen Urheber ist damit mehr als genüge getan.

Anders sehe ich das schon, wenn pauschal nur die Wikipedia genannt wird ohne expliziten Link oder gar der Urheber – da vermeintlich frei – völlig unterschlagen wird, wie in einigen Nachrichtenmagazinen teils üblich. Es gehört nicht nur zum guten Ton die Quellen zu nennen, sondern man ist vom Urheberrecht her – völlig abseits der gewählten Lizenz – auch dazu verpflichtet.

Beim genannten Fall ist die Kritik meiner Meinung nach absurd, allgemein jedoch mehr als oft angebracht bei der vorherrschenden asozialen Bedienungsmentalität vieler. Aber wie auch immer, ich habe da ohnehin so meine Bedenken in puncto Wikipedia, insbesondere der Deutschen Abteilung. Miteinander reden wäre mein Ansatz …

Wikipedia und die Qualität

Er räumte ein, dass das Online-Lexikon ein Problem mit der Richtigkeit der im Netz veröffentlichen Informationen habe. “Ich versuche, mehr Akademiker zum Schreiben zu animieren, um die Qualität zu verbessern”, sagte Wales im Friedrichstadtpalast.

futurezone.orf

Tatsächlich? Nun das mag vielleicht begrenzt im techn. Bereich Geltung haben – sofern überhaupt existent, im geisteswissenschaftlichen Bereich wohl eher weniger. Auffällig sind im letzteren Bereich viele allzu großzügig ausgelegte Zitate aus diversen Fachwerken. Mag man drüber streiten und ebenso über den Regulierungsfetisch hierzulande, aber mehr an Qualität stelle ich mir dann doch anders vor. Und seltsamerweise zieht es viele qualitätsbewußte Nachschlagende dann doch eher zum Original.

Fehlende Akademiker sind übrigens kaum verwunderlich, je mehr diese in ihren Fachbereich involviert sind, desto weniger Zeit verbleibt für öffentliche Vergnügungen. Zwar schade, aber Realität. Ich finde viele Ideen Wales einfach nur klasse, aber Anspruch und Realität sind eben nur recht selten vereinbar.