Durchstöbert man heutzutage die einschlägen Weblogs, so schlägt einem fortwährend der Ruf, nein geradezu ein Schrei nach freier Kultur entgegen. Gemeint ist natürlich die kostenlose Nutzung von allen Dingen, die man mal eben so gebrauchen kann. Gute Sache, oder? Ja, sicherlich – meist aber sieht man bei den stimmgewaltigsten Vertretern in der Regel recht wenig davon, läßt man mal eine Art ACK unter einem recht großzügigen Zitat außen vor.
Egal, es existieren – wenn auch im Vergleich zu den Nutzern recht wenige – doch einige Zeitgenossen, die gerne aktiv an Kultur partizipieren und diese Ergüsse ebenso frei feilbieten. Meist mit einigen Einschränkungen, um eventuellen kommerziellen Mißbrauch zu vermeiden, sonst aber in der Regel ohne jegliche Einschränkungen für den privaten Nutzer, der seinerseits u.U. wiederum damit etwas Neues schaffen kann.
Diese Einschränkungen, wenn überhaupt, werden mit ein paar Zeilen einer Lizenz kundgetan – gebräuchlich ist hierbei beispielsweise die Creative Commons. Jene ist ein Lizenz-Baukasten, welcher es dem Urheber ermöglicht die Nutzungsrechte näher zu bestimmen. Die ideale Variante unter diesen ist CC by, diese erlaubt alles, einzig der Urheber muß genannt werden, sowie die Lizenz selbst. Perfekt, nicht wahr? Das dachte man sich auch bei den Mannen der Creative Commons und würdigte diesen kulturfördernden Umstand mit einem besonderen Siegel:
Dies aber nur nebenbei, wichtiger bei dieser Art von Lizenz, die Nennung des Urhebers. Diese Nennung zollt einerseits dem Urheber Respekt, zum anderen ist es – unabhängig von jedweder Lizenz – eine rechtliche Notwendigkeit in Deutschland[]. Lassen wir das Recht einmal außen vor, stellt sich jedoch die Frage: warum zur Hölle ist es so schwer jemandem Respekt zu zollen, selbst wenn dieser dies nicht ausdrücklich verlangt?
Freiheit basiert u.a. auch auf Respekt. Wie aber soll diese stetig eingeforderte kulturelle Freiheit funktionieren, wenn das Gros nicht einmal in der Lage ist den Urheber zu benennen? Wie überhaupt soll eine Lizenz wirken, wenn jene die diese allgemein fordern, oftmals auch zur Beschädigung dieser beitragen?
Ich meinerseits gehe diesem Bruch der Lizenz nach, entdecke ich Material von mir anderswo ohne Nennung des Urhebers – denn mehr verlange ich nicht, so erinnere ich gerne freundlichst, bei absoluter Begriffsstutzigkeit hingegen behalte ich mir u.U. in letzter Instanz auch rechtliche Schritte vor. Ob private oder kommerzielle Nutzung, beiden gemein ist einzig die Nennung des Urhebers. Abgesehen von Flüchtigkeitsfehlern frage ich mich natürlich was mit jenen Zeitgenossen nicht in Ordnung ist? Nehmerqualitäten mögen ja heute das anvisierte Ziel vieler sein, aber es wirkt doch arg geheuchelt, wenn man denn nur nimmt und nicht einmal eine Art Danke zu erübrigen hat, gleichsam aber einfordert. Dann lieber doch ein knallhartes Urheberrecht mit drakonischen Maßnahmen bei Zuwiderhandlung, das entspricht nicht meiner Geisteshaltung, wohl aber verstehe ich andere, die dieser Forderung nach mehr Freiheit in der Kultur eine klare Absage erteilen.